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Unwetterkatastrophe 2021: Bielefelder Einsatzkräfte erhalten Medaille für ihre Hilfe im Flutgebiet

Am Mittwoch, 7. Juli, ehrte Oberbürgermeister Pit Clausen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, Mitarbeitende der Berufsfeuerwehr Bielefeld sowie Einsatzkräfte der Johanniter Unfallhilfe für ihre Leistungen im Einsatz im Rahmen der Flutereignisse in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021. Zusätzlich wurde ihnen die „Feuerwehr- und Katastrophenschutz Einsatzmedaille“ des Landes Nordrhein-Westfalen überreicht. Diese war eigens für die Helferinnen und Helfer der größten Unwetterkatastrophe des Landes gestiftet worden, um ihren unermüdlichen Einsatz in den betroffenen Gebieten zu würdigen.

Wie kräftezehrend dieser Einsatz war, berichteten bei der Veranstaltung ausgewählte Einsatzkräfte stellvertretend für die 195 beteiligten Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld. Auch 25 Mitarbeitende der Berufsfeuerwehr sowie 30 Beteiligte der Johanniter Unfallhilfe leisteten Hilfe in den Stadtgebieten von Hagen und Euskirchen. Die Zerstörung und die Situation der Bevölkerung vor Ort hat dabei tiefe Eindrücke bei den beteiligten Akteuren hinterlassen. Dennoch waren alle Beteiligten froh, mit den eingesetzten Bereitschaften aus Bielefeld einen konkreten Beitrag zur Katastrophenbewältigung leisten zu können.

Bereitschaftsführer Gordon Majewski schildert seine Eindrücke aus Hagen

Bereitschaftsführer Gordon Majewski schildert die Maßnahmen, die im Gebiet der Stadt Hagen koordiniert wurden und alle Beteiligten vor große Herausforderungen gestellt haben: Im Ortsteil Hohenlimburg konnten durch Einsatzkräfte der Feuerwehr Bielefeld 15 Menschen gerettet werden, darunter vier Kinder und ein Säugling. Hier gab es Gebäudeteile, die von den Fluten mitgerissen wurden, die Infrastruktur war teilweise zerstört, Brücken waren beschädigt, ganze Straßen waren weggerissen worden. Da die Notrufleitungen der Stadt Hagen verständlicherweise vollkommen überlastet waren, meldeten sich auch Bürgerinnen und Bürger direkt bei der Bielefelder Bereitschaftsführung im Bereitstellungsraum, um Hilfe für eingeschlossene und gefährdete Angehörige in anderen Stadtteilen anzufordern. Die Kräfte, die den Grundschutz stellten, mussten zu mehreren Brandalarmen in ein vollkommen fremdes Stadtgebiet ausrücken.

Jörn Bielinski berichtet vom Einsatz der Bielefelder Bereitschaft in Euskirchen

Auch der Bereitschaftsführer der in Euskirchen eingesetzten Einsatzkräfte, Jörn Bielinski, weiß ähnliche Situationen zu berichten. Doch sein Fazit lautet gleichzeitig: „Obgleich Einsatzkräfte aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens und teilweise der anliegenden Bundesländer aufeinander trafen, arbeiteten diese gezielt miteinander und zogen an einem Strang. Dies gab der einheimischen Bevölkerung durchaus Mut und auch das Gefühl, nicht alleine gelassen zu werden.“

Auch die Pfarrerin Dr. Johanna Will-Armstrong nahm an der Feierstunde auf der Hauptfeuerwache teil. Sie berichtet eindrucksvoll, wie Bethel in der Region Ahrweiler in Rheinland-Pfalz konkret bei der Versorgung der Menschen und beim Wiederaufbau unterstützt. In den ersten sechs Monaten nach der Flut konnte vor Ort die Ausgabe von bis zu 6.000 Essen täglich oder eine schnelle Hilfe durch die Brockensammlung organisiert werden. Auch die Abwicklung der Wiederaufbauhilfe durch die konkrete Ausgabe von Haushaltswaren wird durch Bethel abgewickelt. Es wurden bereits rund 400 Einzelanträge geprüft und bearbeitet.

Pfarrerin Dr. Johanna Will-Armstrong erläutert den Beitrag, den Bethel in den betroffenen Regionen leistet

Landesweit bekommen 62.000 Helferinnen und Helfer von Berufs- und freiwilligen Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Deutschem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfall-Hilfe, Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft und Polizei die Medaille. Sie wird lokal über die Organisationen verteilt.

(v.l.n.r.) Gordon Majewski, Jörn Bielinski (beide Berufsfeuerwehr Bielefeld), Bernd Lukowski (Freiwillige Feuerwehr Bielefeld), Walter Kolditz und Niclas Wittler (beide Johanniter-Unfall-Hilfe Bielefeld), erhalten die Urkunden und Medaillen stellvertretend für alle beteiligten Einsatzkräfte