Feuerwehrübung im Abbruchhaus:  Löschabteilungen West und Heepen trainieren für den Ernstfall

Der Feuerwehr Bielefeld steht seit wenigen Tagen in Jöllenbeck ein Abbruchhaus für Fortbildungen zur Verfügung. Bei dem Objekt handelt es sich um die ehemalige Volksschule Heidsieker Heide, die 1900 zur Entlastung der Jöllenbecker Dorfschule erbaut wurde. Nach der Schließung im Jahre 1965 wurde das Gebäude seit 1974 als Jugendzentrum ZAK genutzt. Aufgrund der schlechten Bausubstanz soll das Gebäude gegen Ende dieses Jahres abgerissen werden. Bis zum Abbruchbeginn hat nun die Feuerwehr die Möglichkeit, dort praxisgerechte Übungen und Fortbildungen zu veranstalten.

Diese Gelegenheit nutzten am 18. September 2018 die Löschabteilungen West und Heepen um zusammen eine gemeinsame Einsatzübung durchzuführen, deren Ziel die Festigung der Zusammenarbeit von Mannschaften aus zwei Löschabteilungen bei der Personenrettung war.

Als Übungssituation wurde angenommen, dass im Jugendzentrum bei einer Partyveranstaltung ein Brand ausgebrochen ist. Das Feuer konnte sich so rasch ausdehnen, dass die hölzerne Treppe zum Obergeschoß bereits durchgebrannt ist und nicht mehr betreten werden kann. Zwei Personen im Obergeschoß ist dadurch der Fluchtweg abgeschnitten worden. Durch die Rauchentwicklung im Gebäude befinden sich vermutlich noch weitere Personen im Erdgeschoß, die durch den Brandrauch die Orientierung zum Ausgang verloren haben.

1 2

Um 19:00 Uhr wurde Alarm für die Löschabteilungen West und Heepen ausgelöst. Das zuerst eintreffende Löschgruppenfahrzeug LF 10 der Löschabteilung West wurde am Einsatzort von dem aufgeregten Hausmeister empfangen und kurz in die Lage eingewiesen. Absolute Priorität in dieser Situation war die Rettung der betroffenen Personen. Während die Mannschaft der Löschabteilung West zunächst an der Gebäuderückseite über eine Steckleiter zwei Personen aus dem Obergeschoß in Sicherheit brachte, rückte zur Verstärkung zeitgleich die Löschabteilung Heepen mit zwei Löschgruppenfahrzeugen HLF 10 und LF 20 KatS sowie einem Schlauchwagen SW 2000-Tr an. Zwei Angriffstrupps der Löschabteilung Heepen gingen unter Atemschutz zur Personensuche in das verrauchte Erdgeschoß vor. Nach kurzer Zeit konnte bereits eine Person mit schwerer Rauchvergiftung, dargestellt von einer Übungspuppe, aus dem Gebäude gerettet werden. Kurze Zeit später meldete plötzlich über Funk einer der beiden Angriffstrupps aus dem Inneren des Gebäudes, dass ein Feuerwehrmitglied bei der Personensuche verletzt wurde und Hilfe zur Rettung vor Ort benötigt wird. Sofort wurde der vor dem Gebäude bereitstehende Sicherheitstrupp zur Rettung der eigenen Einsatzkräfte eingesetzt. Ebenfalls unter Atemschutz tastete sich der Sicherheitstrupp im Erdgeschoß zu dem hilfebenötigenden Angriffstrupp vor und rettete ihn ins Freie. Wie in diesem Fall werden solche Atemschutznotfälle bei Übungen immer wieder gezielt trainiert, damit im Ernstfall jeder Handgriff zur Eigenrettung der Feuerwehrkräfte routiniert abläuft.  

3 4 5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15     18 19 20
21 22 23 24 25 26 27 28 29
30 31 32 33 34 35 36 37 38
39 40 41 42 43 44 45 46 47

Nach erfolgreicher Rettung aller betroffenen Personen wurde „Feuer aus“ gemeldet und die Übung damit beendet. Der Ablauf der Einsatzübung stellte sich positiv und problemlos dar. In den nächsten Tagen wird eine detaillierte Auswertung erfolgen, deren wertvolle Erkenntnisse bei der realen Einsatzpraxis berücksichtigt werden können.  

47

 

 

Back to Top